Content Redaktion, ein urban klingender, weil englischer Begriff. Dieser Job klingt aufregend, nach jeder Menge Spaß und hat mit richtiger Arbeit sicher nichts zu tun. Aber was versteckt sich dahinter und warum brauchen (Online)-Medien eine Content Redaktion.

Eines vorweg: Es handelt sich dabei weder um einen Internetreporter noch um einen Suchmaschinen-Textproduzierer und auch nicht um einen Computerfreak, der journalistisches Handwerk in die digitale Welt transferiert.

Redakteure entscheiden, welche Themen in welcher Form erscheinen. Wer die Leser sind und wofür sich diese interessieren, steht am Anfang jeder Entscheidung. So kurz und leicht zu beantworten diese anfängliche Überlegung erscheinen mag, so komplex ist der Prozess danach:

  • Zielgruppe
  • Themenauswahl anhand einzelner Nachrichtenfaktoren
  • Recherche 
  • Text schreiben
  • Redigieren
  • Text veröffentlichen

Geht es allerdings an die Aufbereitung für das Online-Medium, fließen zusätzlich folgende Aspekte ein, die guten Content ausmachen (und sich von klassichem Journalismus unterscheiden)

  • Was möchte meine Zielgruppe genau wissen
  • Nutzwertjournalismus wird stärker gewichtet – Leser wünschen sich Mehrwert
  • Mit welchen Begriffen suchen meine Leser (Keywords)
  • Wo stehen diese Keywords im Text, damit Suchmaschinen den Text stärker gewichten
  • Was steht wo im Text, sodass die Leser mehr als nur die Überschrift lesen und den Text scannen
  • Wie halte ich die Leser auf meiner Seite und verhindere hohe Absprungraten (wieder SEO)
  • Schaffe ich es, die User zu einer Interaktion zu animieren
  • Wie analysiere ich Seitenzugriffe (und reagiere textlich darauf)
  • Was sollte optisch an welche Stelle im Gesamtlayout
  • Ein wenig html und andere technische Kenntnisse im Zusammenhang mit dem www schaden ebenfalls nicht
  • Wie mache ich sowohl Suchmaschinen als auch Leser gleichzeitig glücklich und
  • Wie gewichte ich, wenn ich das nicht unter einen Hut bringe und zu guter Letzt:

Wie kombiniere ich all diese Einzelteile?

Neben journalistischem Handwerk ist technisches Wissen um die Algorithmen der Suchmaschinen, analytisches Denken und daneben noch etwas Psychologie nötig.

Klingt schon weniger nach Spaß und eher nach stundenlangem Ausprobieren, verändern, neu zusammensetzen, Statistiken ansehen, noch einmal überarbeiten, Suchmaschinenupdates lesen, auf Veränderungen im Algorithmus reagieren, mit den für die Webtechnik Zuständigen diskutieren, mitten in der Nacht aufwachen um sich Notizen zu machen und Servietten in der Kneipe vollkritzeln.

Wer das liebt, ist ein Freak 😉

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *